meisterschaft



Deutsche Junioren- und Seniorenmeisterschaften des DBV f. SZ, FZ, HZ und MZ e. V.
am Pfingstwochendende 2004 im Kurfürstlichen Schloss in Mainz.






So stand es in der Zeitung



Erlebnisbericht und Bilder von der Fahrt nach Mainz:

Als am Freitag, den 28.05.2004 um 12:00 Uhr unser Bus kam und wir nach dem Laden und
dem Ankommen verspäteter Mitglieder um ca. 13:00 Uhr losfuhren, waren alle Mitglieder
total überdreht vor Freude. Das blieb auch während der gut 9 Stunden Fahrt so.
  

Um etwa 22:00 Uhr kamen wir an unserer Unterkunft, der Ludwig-Schwamb-Schule in Mainz an und
wurden vom Organisationsteam gut empfangen. Beim Hausmeister konnten wir zu günstigen
Preisen noch bis 23:00 Uhr Bratwurst, Schnitzel im Brötchen und alkoholfreie Getränke erwerben.

    
Flugs nahmen wir etwas zu uns, quartierten uns ein und dann konnte jeder tun, was er wollte.
Natürlich musizierten unsere Mitglieder mal wieder zusammen. Bettfertig sollten alle um 0:15
Uhr sein. Einigen passte das nicht ganz; aber am Ende lagen doch alle um 0:30 Uhr auf den
Luftmatratzen.

In der ersten Nacht hatten wir die Halle glücklicherweise noch ganz für uns
allein. Nur unter uns lag der Musikzug Köln-Holweide, der noch ausgelassen und recht laut
feierte, und ein Stückchen weiter schliefen die Plöner aus unserem Heimatland. Aber relativ
früh – etwa um 1:30 Uhr kehrte Ruhe in der Unterkunft ein.
   
Der Sonnabend begann für Tina mit einem Schock. Sie stand um 6:00 Uhr auf und wollte
duschen gehen. Die Dusche, die zu unserer Halle gehörte war als Mädchendusche
gekennzeichnet. Außerdem war die Tür zum Umkleideraum eigentlich nicht zu öffnen. Und
da alle anderen Musikkorpsler noch vor sich hin schnarchten, freute sich Tina auf ruhiges
Duschen. Doch als sie in die Dusche kam, traf sie glatt der Schlag; denn fremde Männer
standen unter der Brause. Tja, der Hausmeister hatte früh die Tür aufgeschlossen und Köln-
Holweide eingelassen. Aber was haben Männer in der Damendusche zu suchen. Nur gut, dass
es nur Tina und nicht unsere Mädchen traf * grins *

Um 8:00 Uhr gab es Frühstück. Es fiel etwas mager aus; denn es gab weder Wurst noch Käse.
Ein Trost war aber, dass die Verpflegungspreise so human waren, dass man das hinnehmen
musste. Wir hätten zwar lieber einen Euro mehr bezahlt für etwas Aufschnitt; aber
letztendlich sind wir ja nicht verhungert. Zur Frühstückszeit reisten auch die Berliner
Stadtfanfaren mit 100 Mann an. Nun wurden wir kurzzeitig geschockt; denn diese Gruppe
ging von vornherein davon aus etwas zu gewinnen und wollte so untergebracht werden, dass
es niemanden stört, wenn sie nach der Wertung und Feiern des Pokal etwa um Mitternacht mit
Ramba Zamba in der Unterkunft eintrudelt.
 
Die Organisatoren wollten irgendwie die Unterkunftsregelung ändern, um das zu ermöglichen z. B.
indem sie andere Gruppen zusammenlegen o. ä., bedachte im ersten Moment auch nicht, dass
den anderen Musikzügen, die am nächsten Tag starten sollten, die Nachtruhe geraubt werden würde.
Immerhin mussten die Plöner schon um 4 Uhr aufstehen, wir eine Stunde später. Aber die
Organisatoren ordneten es dann irgendwie zu aller Zufriedenheit, und so war auch die Aufregung vorbei.

Um 10:00 Uhr kam Herr Käselitz, unser Busfahrer. Zwischenzeitlich musizierten unsere
Kiddies wieder und ein paar schauten sich die Generalprobe der Berliner Stadtfanfaren an, die
auf dem angrenzenden Sportplatz durchgeführt wurde. Während der Vorstand debattierte, wie
wir den Tag verbringen würden, kam es zu einem Unfall in der Turnhalle.

Cathi rannte in Socken durch die Gegend und blieb dabei  irgendwie im Parkettboden
hängen, der recht porös war. Ein Keilförmiger Holzsplitter, etwa 10cm lang, 2mm hoch und
am dicken Ende 1/2 cm breit stieß sich seitlich durch die Socke und Cathis Hacke rein und
auch wieder raus. Cathi ist nicht bange und versuchte wohl selbst den Splitter zu ziehen, was
nicht gelang. Daraufhin riss sie sich die Socke vom Fuß die jetzt ein rundes Loch mit etwa
15cm Durchmesser aufweist. Der Splitter blieb aber in der Hacke und konnte nicht entfernt
werden, und endlich rief man die Erwachsenen hinzu.Aber auch sie konnten den Splitter nicht
entfernen.

Oben das Loch im Boden des Parketts
unten der Splitter aus Cathis Hacke

Tina lief in die Speisehalle um zu sehen, ob noch jemand vom DRK da ist. Zum Glück hatte
die Sanis die Lebensmittel noch nicht alle verstaut und so kamen sie mit rüber in die Halle.
Aber auch sie wollten den Splitter nicht einfach herausreißen, weil er sich fest in der Hacke
verharkt hatte. Sie sprachen beruhigend auf Cathi ein, die verzweifelt weinte und riefen einen
Rettungswagen zu Hilfe, der auch schnell kam. Nach einer kurzen Untersuchung wurde Cathi
vor die Wahl gestellt ins Krankenhaus gefahren zu werden oder einen Schnitt mit dem
Skalpell ohne Betäubung hinzunehmen.

Cathi wählte den Schnitt. Tina hielt Ihr die Hand hin
zum reinkneifen, wenn es schmerzt. Aber der Schnittt war dann schmerzfrei, der Splitter raus
und es gab einen schicken Verband. Als die Sanis ihren Verpackungsmüll einsammelten und
auch den Splitter, rief Cathi plötzlich: „Wo ist mein Splitter!" Naja, er wurde gesucht,
gefunden und ist für Cathi ein bleibendes Souvenier von Mainz *grins*

Um etwa 11:15 Uhr bestiegen wir endlich den Bus. Eigentlich wollten wir die Lunchpakete
im Universitätsstadion abholen, um dann bis 15:00 Uhr bummeln zu gehen und im Anschluss
die Showwertungen zu sehen.
 
Aber es kam anders, weil Hansi durch die ganze Aufregung den
Plan umwarf. Er führte den Busfahrer zur Rheinpromenade statt zum Stadion – und das über
Umwege, weil man sich in Mainz schnell verfährt.
  
Naja, da wir schon mal da waren, blieb es
auch dabei: „Wir gingen spazieren, nahmen Fußbäder im Springbecken und amüsierten uns
ein wenig!

Es war herrlich; denn die Sonne lachte vom Himmel." Im Anschluss fuhren wir
dann zum Stadion; aber das sollte auch eine Dreiviertelstunde dauern, weil wir uns schon
wieder verfuhren.

Etwas ermattet kamen wir endlich an, und nun wurden wir unseren
Bettnachbarn aus Siegenburg in Bayern vorgestellt. Uns fiel ein Stein vom Herzen, denn vom
Alter her und der Größe des Vereins war die Gruppe ähnlich wie wir und außerdem sprach
der Leiter gleich an, ob es möglich wäre, dass am Abend zu einer humanen Zeit Ruhe im
Schlafsaal einkehrt. Puh, nichts leichter als das, wir hatten ja Angst davor mit einer Gruppe
zusammenzuliegen, die uns vor dem Start an der Meisterschaft die Nachtruhe raubt.
 
Wir holten uns dann unsere Lunchpakete ab, die es anstelle von Mittagessen gab. Hansi und
Tina trafen auf Kay Prieß vom SZ Quickborn und smalltalkten eine Runde mit ihm.
Währenddessen kam draußen neuer Stress auf, denn Wolfgang Ziesmann, der Präsident des
DBV wandte sich energisch an Spieler von uns, weil sie keine Uniform trugen. Wir hätten bei
der Eröffnung mit aufzumarschieren. Darauf waren wir nicht gerüstet; denn unsere
Anweisungen waren, dass wir erst abends mit aufmarschieren sollten. Aber auch das war
schon wieder abgeblasen. Im Grunde hätten wir uns also gar nicht ins Universitätsstadion
begeben müssen. Aber wir setzten uns dann ins Gras, aßen und beschlossen, einfach zu
bleiben und uns die Marsch- und Showwertungen anzusehen, die vom SWR aufgezeichnet
wurden. Konnte ja auch nicht schaden. Zur Eröffnung standen wir dann als Zuschauer bei der
Nationalhymne stramm und trällerten mit. Die Deutsche Meisterschaft stand unter
Schirmherrschaft von Kurt Beck, dem Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz. Im Lauf des
Nachmittags konnten wir nur feststellen, dass es sich gelohnt hatte zu bleiben. Es war schon
ein Augen- und Ohrenschmaus, was besonders die Showlaufenden Musikzüge in der prallen
Sonne ableisteten.

In der Unterkunft angekommen gab es „warm" Essen, was eigentlich nur runterging, weil der
Hunger es reintrieb. Es sollte wohl so etwas wie Spaghetti Bolognese darstellen; aber es war
so trocken, das es fast staubte. Zu trinken gab es nichts dazu. Aber auch hier trösteten wir uns
damit, dass die Verpflegung nicht teuer war. Außerdem konnte man sich beim Hausmeister
wieder Bratwurst oder Schnitzel und Pommes kaufen. Der Abend klang dann ganz ruhig aus.
Von den Berliner Stadtfanfaren hörten wir gar nichts mehr, unsere Mitbewohner zeigten sich
ruhig, und um 1:00 Uhr war absolute Stille in der Schule und alle lagen auf den
Luftmatratzen.


Am Pfingstsonntag hieß es früh aufstehen, duschen,

frühstücken und Abfahrt zur Wertung;
denn um 8:00 Uhr mussten wir schon im Einspielraum sein. Wir kamen ein bisschen in
Zeitdruck; aber kamen letztendlich doch pünktlich an. Nun lernten wir auch Helene kennen,
die uns vom Organisationsteam als Patin zugewiesen war und eine wirklich sehr nette junge
Dame war. Sie stand uns den Rest des Tages zur Verfügung und wies uns die Wege. Die
Bühnenwertungen der Deutschen Meisterschaft wurden nämlich im Kurfürstlichen Schloss
von Mainz ausgetragen, in dem alles sehr verwinkelt und schlecht zu finden ist.
 
Nur gut, dass es Helene gab. Auf der anderen Straßenseite wurde uns ein Klassenraum zugewiesen,
und wir hatten insofern Glück, dass wir ihn über den ganzen Tag nutzen könnten, weil unsere
Startzeiten am Anfang und am Ende des Wertungstages lagen. So konnte man sich
zwischendurch auch zurückziehen und relaxen, oder auch Proben abhalten. Den
meisten anderen Musikzügen blieb das vergönnt. Sie musten nach dem
Start die Klassen räumen, damit die nächsten Starter reinkönnen.

8:00 Uhr
Im Einspielraum wurden noch schnell schwierige Passagen geübt, die Instrumente gestimmt.

8:20 Uhr
Der Weg zum Wertungssaal war eine Qual. Alle waren nervös und durch die Köpfe der
Spieler liefen wohl Gedanken wie: „Was ist, wenn ich mich verspiele oder gar alles vergesse?
Treffe ich den ersten Ton?" Im Warteraum vor dem Saal hörte man noch die Musik von den
Retzbachern.

 

Zwei Spieler fingen an sich zu streiten, einer brach in Tränen aus. Tina ging dazwischen.
Dann gab sie noch Tipps und ermutigte die Musiker: „Ihr habt im Vorweg alles getan, was Ihr tun
konntet. Jetzt kommt ein Auftritt, bei dem Ihr Euch nur ein bisschen mehr konzentrieren
müsst als sonst, weiter nichts. Keiner hackt Euch den Kopf ab, wenn Ihr Euch verspielt. Tut
was Ihr könnt, damit die Musik gut ist. Konzentriert Euch auf den ersten Ton und achtet auf
mich als Dirigentin. Das ist die halbe Miete, der Rest kommt von allein. Wird schon schief gehen."

8:40 Uhr
Einmarsch durch die Tür in den Saal, über die Treppe auf die Bühne.

Es war bullerheiß da oben.
Zwolf Kinder und Jugendliche, sieben davon zum ersten mal am Start auf der DM mit
den Titeln „River-Kwai-Marsch" und „Hello Mary Lou". Was für eine Schwitzpartie.


  

 
Gleich am Anfang der Musik begann Vera zu weinen, die Schminke lief in Bächen über ihre
Wangen. Tina versuchte sie während des Dirigierens noch mit Mimiken zu ermutigen; aber es half nicht.
Aber sie spielte ihre Trompete weiter; denn sie wollte ja Saskia nicht allein lassen.
 
Zuschauer

Einen Augenblick später fing auch Sylvia noch an Bäche zu weinen. Tina riss es fast das Herz
heraus die beiden Mädchen derartig leiden und und trotzdem spielen zu sehen. Doch sie
versuchte mit Blicken und Lächeln zu ermuntern und hielt die eigenen Tränen zurück.
Mensch waren wir froh, als wir wieder von der Bühne herunter waren und diesen Teil
abschließen konnten.


Im Schlosshof: Warten auf Kritiken

 


Das nachfolgende Kritikgespräch ließ Böses ahnen. Es hagelte nur Kritiken, und
man legte uns nahe professionelle Hilfe hinzu zu holen. Tina und Hansi fühlten sich
vollkommen nackig *grins* und schluckten die Kritiken.

Nun hatten wir bis Mittag Zeit und im Anschluss bis 17:00 Uhr. Wir gingen jeder für sich seine Wege.

 
Einige blieben den ganzen Tag am und im Schloss, einige übten im Klassenraum,
einige schauten sich die Altstadt und den Dom an, einige gingen zur Rheinpromenade, um
sich zu sonnen, ein Fußbad zu nehmen oder spazieren zu gehen. Irgendwie wollte die Zeit gar
nicht verstreichen.

Anja, Sylvia und ein paar mehr waren mit den Kleinen zur Hüpfburg gegangen. Dort sprang
eine fremde Jugendliche versehentlich unserer kleinen Lisa auf die Brust, die glatt liegen
blieb, nicht mehr atmete und blau anlief. Glücklicherweise konnte sie sofort zurückgeholt
werden. Den Rest des Tages war sie fidel und klagte nur ein wenig über Bauchschmerzen.
  
Um 17:00 Uhr fanden sich dann endlich unsere Senioren zusammen, wobei der Ausdruck nicht ganz passt,
weil es im Grunde auch fast alles Jugendliche sind. Nur zwei von den elf Startern überschreiten die Altersgrenze, weshalb wir nicht in der Juniorenklasse starten könne. Das ist schon ärgerlich; aber bei so wenig Mitgliedern kann
man kaum noch auf zwei Bläser am Start verzichten.

Im Einspielraum übten wir die schwierigen Passagen und Solis noch mal intensiv.
Eigentlich wollten wir auch noch Sabrinas und Nadjas Trompeten stimmen, da diese am
Morgen nicht im Einspielraum dabei waren. Doch es sollte anders kommen, man zog uns nämlich vor.
Wir vergaßen das Stimmen und machten uns auf den Weg zum großen Saal.
Und wieder waren alle ziemlich aufgeregt.


Nun standen die Titel Highland Cathedral und Trompetenecho an, bei denen es auf Artikulation und Intonation
ankommt. Oben im Warteraum angekommen, wurden wir gleich auf die Bühne gelotst, da es schon ein Loch im
Programm gab, das zu stopfen war.

Wegen des Durcheinanders gab es auch keine beruhigenden Worte von Tina
mehr, und wohl keiner konnte sich seelisch auf die Wertung einstimmen.
Es ging also mit verkürzter Einspielzeit und ohne Pause hinterher, ohne Stimmen
der Instrumente, ohne letzte Tipps und ohne vorherige Konzentration in die Wertung.

Für unsere Leistungsträgerin Saskia war das eindeutig zuviel. Während sie sonst das
dreigestrichene c  in Highland Cathedral problemlos herunterspielt, hatte sie dieses Mal so
etwas wie Torschlusspanik und traf sie in der Wertung nicht. Trotz allem zauberte sie es so zurecht,
dass es keine Fehltöne gab. Sie kann ja glücklicherweise auch die anderen Stimmen mitspielen.
Was sie spielte, war sauber, es fehlte nur hier und da ein Ton, der Punkte bringt. Schade, und das
muss ausgerechnet ihr passieren, die als Ausbilderin einen Löwenanteil an der Leistung der
anderen trägt. Aber was soll´s – keiner von uns ist Profi, und in diesem Fall versagten halt
die Nerven. Saskia brach nach der Wertung vollkommen zusammen und musste getröstet
und aus dem "Loch im Boden" geholt werden werden, weil sie sich schuldig fühlte.

Das Kritikgespräch war aber dieses mal genial. Nach dem Start betonte die dreiköpfige Jury, dass sie die
musikalische Leistung des Musikkorps Rendsburg objektiv bewerten und an die Leitung
weitergeben könne, da man den Verein am Ende der Meisterschaft mit allen anderen
startenden Bläsergruppen vergleichen könne. Der Juror Christoph Weber, studierter
Trompeter und Solotrompeter im Heeresmusikkorps 1 Hannover, lobte das starke Potential
der nur 11-köpfigen und obendrein sehr jungen Mannschaft in der Seniorenklasse.

Er bedauerte die geringe Mitgliederzahl und das eingeschränkte
Instrumentarium, lobte dafür umso mehr die sechs startenden Trompeterinnen, die sich beim
vierstimmigen Spiel als wahre Einzelkämpfer gut durchschlugen, wir er betonte. Weiter führte er
aus, dass das Musikkorps Rendsburg bei der Ausbildung hervorragende Arbeit leiste, und leider schon von
vornherein gegenüber den größeren Vereinen eingeschränkt ist wegen der geringen Mitgliederzahl und fehlendem tiefen Blech.
.
 
Er führte aus, dass in größeren Orchestern kleine Unreinheiten von Alt-, Tenor- und Bassstimmen  kaschiert werden
und schwache Bläser sich in der Menge verstecken können, weil die anderen die Schwächen mittragen.
Im Musikkorps Rendsburg müsse dagegen jeder einzelne von Anfang bis Ende Höchstleistung geben, was gut gelingt.
Alle drei Juroren regten an, dass das Musikkorps Rendsburg seinen Mitgliedern beim nächsten mal noch schwierigere Titel
zumuten soll, da das Trompetenecho schon mit spielerischer Leichtigkeit heruntergespielt wurde und das
vorhandene Potential der Musiker bei weitem nicht ausgeschöpft sei.

  

 

Darüber hinaus solle sich der Verein bei wachsender Mitgliederzahl dringend tiefes Blech zulegen, um das Klangvolumen zu erweitern.
Der Verein würde mit mehreren Mitgliedern und gleicher Schulung auf tiefen Blech wesentlich weiter vorn liegen.  Ausdrücklich wünschten sich
die Juroren, dass sie das Musikkorps bei den nächsten Meisterschaften - mit hoffentlich größerer Mannschaft - wiedersehen würden.
Dafür würden sie die Daumen drücken; denn es lohne sich und es mache Spaß dem Musikkorps Rendsburg zuzuhören.

Nach dem Kritikgespräch hieß es Klassenräume leer machen und Bus laden, um dann ohne Instrumente
(wir fanden das doof) zum Domplatz zu marschieren, wo die Siegerehrung stattfinden sollte.
 
Vorweg marschierten unsere Freunde aus Quickborn. Es war ein dummes Gefühl mit leeren
Händen zu marschieren, und so begannen wir mitzuklatschen. Im Marsch drängte uns von
hinten plötzlich ein anrollender Bus auf die Gegenfahrbahn; aber auch von vorn kam ein Bus.
Trotzdem bedrängte der Bus uns weiter. Es war eine absolut unschöne und obendrein
gefährliche Situation, der wir ausgesetzt waren; aber glücklicherweise ging es gut und wir
kamen heil auf dem Domplatz an.
   

Nach den üblichen Reden von Verbandsvertretern, Schirmherr und Bürgermeister ging es los.

 

Die Dirigenten wurden erst nach vorn, dann auf die Bühne gerufen und begonnen wurde mit
den Juniorenklassen. Uns traf ein Schock, als für einen Teilnehmer nur eine Teilnehmerurkunde vergeben werden
sollte: „Waren wir das etwa? – Die Kritiken der Jury waren ja recht deftig gewesen!" Aber nein, wir waren
es nicht. Uns traf der Schlag nämlich in ganz entgegengesetzter Richtung:
 
„Wir bekamen Silber für die Junioren – nicht zu fassen!"



Der Jubel war groß. Aber auch die nachfolgende Bronzemedaille für die Seniorenklasse sorgte für
einen großen Freudentaumel bei unseren Leuten. Schließlich starteten die Jugendlichen gegen
gestandene Erwachsene. Umso ärgerlicher war es, dass wir keine Instrumente dabei hatten, um unsere
Freude auf dem ca. 15-minütigem Weg zurück zum Bus auszulassen.

Doch ein echter Musikant weiß sich zu helfen, wozu hat man denn Hände, Füße und einen Mund.
Auch damit kann man musizieren. Doof war nur, dass auch die Bevölkerung bemängelte,
dass wir keine Instrumente dabei hatten. Wir konnten ja nichts dafür und ärgerten uns selbst darüber.
Aber die Organisatoren hatten es nunmal so vorgeschrieben.

Naja, im Gleichschritt marschierend, klatschend, stampfend und singend erreichten wir an der
Rheinpromenade entlang unseren Bus. Es ging zurück zur Unterkunft, wo es um 21:00 Uhr
Abendessen geben sollte. Nun schmeckte das Essen auch. Es gab Geschnetzeltes. Im
Anschluss wurde in der Unterkunft ausgiebig gefeiert.

Auch das Organisationsteam feierte
den Ausklang in unserer Unterkunft und brachte sogar ein Fass Bier mit. So lernten wir auch
die netten Menschen kennen, die zwei Jahre Arbeit investiert hatten, damit Musikzüge aus
dem Bundesgebiet Gold, Silber oder Bronze mit nach Hause nehmen können.
 
Der Musikzug Plön gab an diesem Abend als erstes ein Konzert.


Unsere Bläserinnen und Trommler mischten ganz spontan mit.

Dann rückte Plön ab, und wir spielten einiges aus dem Repertoire und brachten kleine Showeinlagen,
 

  

 

 
wobei sich das Schlagzeug der Plöner wiederum untermischte.

Unsere Kleinsten hatten auch ihre helle Freude daran, 
  
bis sie irgendwann vollkommen ermattet einschliefen.

Köln-Holweide kam erst später hinzu, und so gab es
gegen Mitternacht noch zünftigen Big-Band-Sound zu hören.
 
Es wurde gespielt, gesungen, gelacht, geschwatzt und getanzt.

Unsere Kiddies jagten wir um 2:00 Uhr ins Bett. Die letzten schliefen erst gegen 5:00 Uhr.
 

 
Eineinhalb Stunden später hieß es schon wieder aufstehen, Duschen, Luft aus den Matratzen,
packen, Unterkunft räumen und Bus laden.
 
Nach dem Frühstück um 8:00 Uhr bedankten wir
uns beim Hausmeister und dem Orgateam für die nette Betreuung und Bewirtung, setzten uns
in den Bus und reisten ab. Es dauerte gar nicht lange, da schliefen die ersten ein.
 

 
     

Unsere Lunchpakete nahmen wir irgendwo auf dem Rastplatz ein. Glücklicherweise spielte das Wetter mit.
  
 


Wir kamen zügig durch und trafen um 18:00 Uhr in Rendsburg ein, recht ermattet von einem
erlebnisreichen Wochenende

  
 

Aber am Ende überwanden alle ihren inneren Schweinehund, um ein fröhliches Gruppenfoto zu schießen.
Grund zur Freude hatten wir ja.

Ein schönes, aber anstrengendes und gleichzeitig erfolgreiches Wochenende lag hinter uns.
Aber ruhig wurde es deshalb lange noch nicht bei uns; denn vom 2. – 6. Juni 2004 waren wir
täglich zusammen. Das Vogelschießen brach aus und der RSH-Kindertag in Schleswig
rief uns. Dann stand die Goldene Hochzeit unserer ältesten Mitglieder an, und wir sollten
schon kurz nach der Deutschen Meisterschaft schon wieder auf große Reise gehen.

Dieses mal ging es aber nicht in den Süden, sondern in den Norden und ins Ausland. Wir sollten
am 10. internationalen RUM-Festival mitwirken, zu dem der Reichsverband junger Musiker in Schweden
eingeladen hatte. Und so besuchten wir im Juni 2004 zum ersten Mal unsere Partnerstadt

 Kristianstad.

Bericht
 
Christina Klink und Bettina Fischoeder

 

  

  
  
  



 



 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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