laga-rathenow

Vom 19.-21. Mai 2006 fuhren wir und ein paar andere Gruppen aus Rendsburg als kulturelle Botschafter zur Landesgartenschau in die Patenstadt Rathenow. Mit von der Partie waren die Storyville Jazzband, das CTR-Orchester, der Rendsburger Frauenchor und das Collegium Musicum. Mit Letzterem, einer 14-köpfigen Gruppe der Musikschule RD, mussten wir uns den Bus teilen, was die Fahrt ziemlich verderben sollte, weil die erwachsenen Profimusiker früher als im Programm vorgesehen nach Hause wollten und es zu menschenverachtenden und kinderfeindlichen Konfrontrationen mit ihnen kam.
     
Die Fahrt begann damit, dass sich der Bus zweimal verfuhr und wir die Kolonne am Ende mit dem Pkw anführten, damit sie nicht in Potsdam oder Berlin landete. Nur gut, dass Matze aus Rathenow bereit war uns via Handy zu lotsen, nachdem unsere Kontakte und die Ansprechpartnerin in Rathenow nicht erreichbar waren. Über die verkehrte Abfahrt waren wir ja selbst noch nie gefahren und an unsere Straßenkarte kamen wir aufgrund des Gepäcks nicht heran. Knappe 11 € kostete uns der Handyspaß.

Als wir dann mit einiger Verspätung an der Weinbergschule in Rathenow landeten, wurden die Matratzen aufgepumpt und wir begaben uns langsam zur Nachtruhe. Am nächsten Morgen wollte sich das Rathenower Schalmeienorchester gleich nach dem Frühstück zu einer Generalprobe einfinden, damit wir auf der Landesgartenschau zwei Titel gemeinsam spielen können.

Im Vorweg hatten wir mit den Rathenower Optis und auch dem Spielmannszug "Rathenower Stadtspatzen" kurzgeschlossen, dass wir bei den Rendsburg Tagen in Rathenow unsere Freundschaft mit gemeinsamen Spiel zum Ausdruck bringen. Wir tauschten Noten aus und Tina bearbeitete sie für unsere Instrumentenbesetzung.  

Die Optis verspäteten sich und so übten erstmal die Kleinen auf ihren Flöten für das gemeinsame Spiel mit den Stadtspatzen. Es war schon beachtlich, dass auch der ganz neue Nachwuchs mithielt; denn wir konnten nicht allzuviel Zeit dafür investieren.


Die Größeren gingen auf den Schulhof und spielten nochmal "Shalala lala", der uns einiges abgefordert hatte, weil die Tonlage der Schalmeien ziemlich hoch für die Bläser ausfällt und wir eine völlig ungewohnte Kreuzdurtonart anwenden mussten. Aber es klappte und Tina entschied, dass wir nun auch einen zweiten gemeinsamen Titel "Märkische Heide" proben sollten. Die Noten wurden ausgegeben und wir fingen an.


Die kurze Zeit wurde ausgiebig genutzt und es sollte auch noch klappen.

  
Die Kleinen tobten, während die Großen probten.



  
Als erster kam stieß Olaf Arndt von den Optis zu uns, dem Tina sofort das Zepter in die Hand drückte.

  
Er zeigte sich begeistert :-) von unserer Trompeten-, Mellophon- und Baritonfassung seiner Arrangements.

Als der Rest dazu kam und wir zusammenspielten, bekam manch einer Gänsehaut

Klick hier und hör "Shalala lala" bei der Probe
 
mit dem Schalmeienorchester "Rathenower Optis"






Wir hatten nur knapp Zeit, da die Delegation aus RD um 10 Uhr von den Bürgermeistern an der Hauptbühne auf dem Lagagelände begrüßt werden sollte. Das sahen wir natürlich auch als Verpflichtung zur Anwesenheit, auch wenn wir erst später spielen sollten.



  
Bürgermeister Andreas Breitner (Rendsburg) und Bürgermeister Ronald Seeger (Rathenow) rüsten sich vor dem CTR-Orchester aus Rendsburg.



  

  
Es war wenig Publikum da und die Kinder vom CTR taten uns leid. Also blieben wir aus Solidarität, statt die Zeit für einen Lagabummel zu nutzen.

  
Nur ein paar schauten sich ein wenig um.


    
Bei ca. 11 Uhr kamen die Stadtspatzen, umzingelten uns marschierend und reichten uns die Hände zum Gruß. 

   
Als das CTR abrückte, traten wir vorzeitig an, entschieden aber, dass wir nicht auf die Bühne gehen, weil sich bei dem Wetter sowieso keiner hinsetzen würde. Also bauten wir uns im Eingangsbereich auf und so blieb das Publikum auch stehen.

    
   
  
Unsere Musikfreunde gesellten sich dann ein Weilchen später hinzu.



Mit dem Rathenower Spielmannszug gestaltete sich das Zusammenspiel relativ einfach, da die Flötenbesetzung identisch ist und wir auf die gängigen SZ-Titel zurückgreifen "Ci Trocadero Mambo", "Puppet on a string" und "Balmoral" zurückgreifen konnten, für die in beiden Vereinen Noten schon im Vorweg vorhanden waren. Wir mussten die Titel nur auffrischen und den Anfängern beibringen. 
 
Damit das Ganze auch lehrreich ist, hatten wir unseren Freunden "The hustle" zum Einstudieren zugesandt, der intern auf unsere Besetzung arrangiert ist.


Und wir übernahmen dagegen "Military Escort" von den Stadtspatzen, den wir allerdings für die Bläserbesetzung arrangierten. 

  
Mit dem Schalmeienorchester war kein Austausch möglich; aber wir arrangierten seine Titel "Märkische Heide" und "Shalala lala" für unsere Bläserbesetzung.
     

  
Die Rathenower Optis rückten aufgrund anderer Verpflichtungen nach einer halben Stunde ab,

Klick hier und hör "Puppet on a string"

mit den Rathenower Stadtspatzen im Sturm


während die Stadtspatzen und wir zwei Stunden im Wechsel und gemeinsam weiter musizierten. Im Lauf des Konzertes gab es eine Sturmwarnung und wir konnten von Glück reden, dass wir nicht auf der Bühne standen, die hinuntergelassen werden musste.

  
  
Nach dem Konzert begaben wir uns zum Mittagessen.

  
Danach blieb ein wenig Zeit zum Ausruhen im Künstlerzelt, wo wir auch etwas zu trinken bekamen.

DANN GING ES SCHON WIEDER WEITER ZUM NÄCHSTEN AUFTRITT!!!

  
Frisch ausgeruht marschierten wir los. Das Ziel war die etwa 10 Min. entfernt liegende Multifunktionsfläche

    
Beim zweiten Auftritt sollten wir dann ein ziemlich nasses Fell bekommen.
   
Selbst dem sonst immer fröhlichen Peter verging das Lachen bei dieser Wetterlage; aber er kümmerte sich rührend um die Kleinsten.

  
Die Mannschaft ließ sich das nasse Fell kaum anmerken. Die Musik klang wie immer fröhlich und man lief sogar die Show. 

  
Im Anschluss an das Konzert hielten wir noch am Stand der Stadt Rendsburg an um das Personal aus dem Bürgermeisterbüro aufzuheitern, was uns auch ziemlich gut gelangt.
  
Der Regen verstärkte sich noch; aber das spielte ohnehin keine Rolle mehr, da wir schon nass bis auf die Haut waren und der Aufenthalt auf der Laga ohnehin abgebrochen werden musste.




Die Showeffekte hielten uns warm genug und die Erwachsenen bekamen einen Muntermacher mit auf den Weg :-D

  
Der Rückweg wurde musizierend über die begehbare Uhr angetreten, wobei sich unser Weg spaßeshalber sogar trennte (s. Bilder vom nächsten Tag unten)

  

  
Nass wie die Pudel

  
Doch in der Unterkunft war die gute Laune wieder da...


Die Kleineren tobten auf ihren Matratzen, während die Größeren draußen mit dem CTR-Orchester Fußball spielten. Glücklicherweise blieb es wenigstens abends trocken, so dass man abends ausgepowert auf die Matratzen fiel.

  
Frühstück in der Unterkunft

  
Wir mussten spät frühstücken, weil das CTR-Orchester früher auf der Laga spielen musste.

  

  

  
Die nassgeworden Hosen mussten nachgebügelt und die Unterkunft geräumt werden.

   

  

  
Anweisungen zum Aufräumen, Gepäck sammeln und Bus laden.


Um kurz nach 11 Uhr war alles geordnet und wir fuhren zum Lagagelände.


Blick von oben auf das Künstlerzelt hinter der Hauptbühne. Die Zeit vor dem Mittagessen wurde von einigen genutzt um sich die Ziele für den Nachmittag auszugucken. Noch hatten wir ja keine Zeit für die Laga gefunden.


Das Essen wollte nicht recht schmecken; denn im Festzelt gab es Krach mit unseren Mitreisenden, die rücksichtslos die Abreisezeit auf das Ende unseres letzten Auftritts setzten und sich unmöglich aufführten, weil wir dem nicht zustimmen konnten.

  
Nach dem Mittagessen rief die Pflicht - einstündiges Konzert auf der Multifunktionsfläche.





   

  
Gegen Ende des Konzerts wurde uns die Botschaft überbracht, dass die Busse früher abfahren.


Enttäuscht traten wir den Rückweg an;


doch den Weg über die begehbare Uhr genossen wir schon wieder. 








Nun mussten wir entscheiden, ob wir die restliche Zeit mit Umkleiden ordnungsgemäßem Einpacken der Instrumente und Uniformen verbringen oder ob wir auf die Regeln pfeifen, damit die Truppe die versprochene Freizeit bekommt.

Mensch ging uns vor Kultur und Risiko für Vereinseigentum, also entschieden wir Letzeres.  

WAS??? IN UNIFORM AUF DEM SPIELPLATZ TOBEN??? WIRKLICH???

  
Die Kinder genossen es, nur das allein war uns wichtig.

     
Die Älteren sahen nicht viel aber doch etwas vom Gelände, wenngleich auch die Zeit für die zuvor gesteckten Ziele nicht mehr reichte. 



  



  

Ein paar von uns, die sich verfrüht im Künstlerzelt sammelten, kassierten in Abwesenheit der Vereinsleitung Beleidigungen von einem Herren aus dem Collegium Musicum, der den Verein als Saftladen  und die eingreifende Jugendvertretung als dumm bezeichnete, weil sie sich an Anweisungen hielt, während er und seine Kollegen bereits eine Viertelstunde vor der angegebenen Abfahrtszeit ungeduldig im Bus saßen.
Der Herr kann nur froh sein, dass unsere Truppe konfliktgewohnt und sozial ist, so dass sie so etwas wegstecken kann, ohne grob zu reagieren.



Naja, die Fahrt nach Rathenow war nicht gerade das Gelbe vom Ei; aber wir haben es überlebt und konnten immerhin unsere Stadt gut präsentieren und nebenbei unsere Musikfreunde wiedersehen und mit ihnen musizieren. Was will man mehr? Unsere Lehre werden wir dahingehend ziehen, dass wir uns nicht noch einmal Menschen aus der hauptamtlichen Kultur ausliefern lassen. Sie mögen gebildet sein; aber sie können uns das Wasser nicht reichen; denn bei uns gibt sich niemand herrschsüchtig roh, asozial und egoistisch, nachdem er sich präsentiert hat. Wir haben auch ein relativ gutes Leistungspotential für eine Kinder- und Jugendgruppe; aber dennoch steht gutes Sozialverhalten vor Musik, Kultur und Erwachsenenwohl.

Kinder sind unsere Zukunft - wir tun etwas für sie!

 





 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Datenschutzerklärung
Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!